Das Ziel des Projekts „SocialWelfare“ ist es, mehr Pferden die für sie individuell passenden Haltungsbedingungen zu ermöglichen.
Hier finden sich alle aktuellen Informationen rund um das Projekt, ein Einblick in die bisherige Entwicklungs- und Forschungsarbeit und eine Vorstellung der Projektpartner sowie der Mitarbeitenden.
Das Ziel des Projekts „SocialWelfare“ ist es, mehr Pferden die für sie individuell passenden Haltungsbedingungen zu ermöglichen. Grundsätzlich bietet die Gruppenhaltung im Vergleich zur Einzelhaltung die besseren Voraussetzungen, um die grundlegenden Bedürfnisse der Pferde nach mehrstündiger, freier Bewegung im überwiegend langsamen Tempo sowie nach Sozialkontakten zu befriedigen. Jedoch stellt die Gruppenhaltung besonders hohe Anforderungen an das Management der Pferde. Zum Beispiel kann es aufgrund begrenzter Ressourcen zu Benachteiligungen einzelner Pferde kommen oder häufige Pferdewechsel sorgen für Stress und Verletzungsgefahr unter den Gruppenmitgliedern. Vor diesem Hintergrund möchten wir eine Multi-Sensorgamasche entwickeln, die es ermöglicht, das Tierwohl in der Gruppenhaltung von Pferden zu überwachen. Nach Möglichkeit sollen alle Pferde einer Gruppe mit einer Gamasche ausgestattet werden. Das würde es ermöglichen, die sozialen Beziehungen innerhalb der Gruppe abzubilden und ggf. Pferde zu erkennen, die nicht gut in die Gruppe integriert sind. Diese Tiere könnten sich in zeitweiser Einzelhaltung z.B. über Nacht wohler fühlen, da sie dann ungestört ruhen sowie Raufutter aufnehmen können. Zusätzlich sollen ein Aktivitätstracking sowie physiologische Parameter zur Stresserkennung mit eingebunden werden. Ziel ist es, auf Basis der Sensor-erhobenen Daten, Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe zu erkennen und den BetriebsleiterInnen die Möglichkeit zum schnellen Handeln mit Blick auf die Optimierung der Gruppenzusammensetzung zu bieten. Pferde sind ähnlich den Menschen soziale Wesen, die für ihr Wohlbefinden auf gegenseitige Sozialkontakte angewiesen sind. Doch während sich unter Freilandbedingungen Pferdegruppen weitestgehend auf natürliche Art bilden, sind Pferde in Gruppenhaltungen vom Menschen bestimmt zusammengesetzt. Daher gilt insbesondere in der Gruppenhaltung das soziale Gefüge und die Verträglichkeit der Pferde untereinander zu berücksichtigen, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie z.B. Rasse, Alter und Geschlecht, sowie soziale Erfahrungen, die vor allem während der Aufzucht als Jungpferd erworben werden. Die erhobenen Daten sollen aufbereitet und in einer mobilen Anwendung für die NutzerInnen anschaulich dargestellt werden. Die NutzerInnen sollen so z.B. einen Überblick, über die Einbindung ihres Pferdes in das Soziale Netzwerk der Gruppe erhalten. Über Heatmaps kann die Häufigkeit der Nutzung bestimmter Ressourcen durch die Pferde (oder eines einzelnen) eingesehen werden. Die Datenauswertung erfolgt dabei stets mit Blick auf die Frage, ob das einzelne Pferd sich in der vorliegenden Art der Gruppenhaltung wohlfühlt.
Im Zusammenhang des Projektkontextes soll zudem ein möglicher Einfluss verschiedener Parameter auf das Wohlbefinden der Pferde in Gruppenhaltungen untersucht werden. Auf ausgewählten Betrieben finden verschiedene Untersuchungen statt. Denkbar ist, dass verschiedene Pferde-Persönlichkeitstypen besser oder schlechter in einer Gruppe verträglich sind. Zu diesem Zweck wird die Persönlichkeit der Pferde über einen von den BesitzerInnen ausgefüllten Fragebogen sowie vier standardisierte Testsituationen erhoben. Die Haltung in großzügigen, zur Bewegung anregenden Offenlaufställen könnte einen positiven Einfluss auf die Grundfitness und Leistungsfähigkeit der Pferde haben. Deswegen werden die Turnierstarts und -erfolge der Pferde mitberücksichtigt. Das Management einer Gruppe hat direkten Einfluss darauf, ob z.B. alle Pferde artgemäß ruhen und Nahrung aufnehmen können. Zur Einstufung der Management-Qualität werden über die BestTUPferd-Anwendung verschiedene Indikatoren zu pferdegerechten Haltungsbedingungen sowie dem guten Gesundheitszustand der Pferde erhoben. Im Nachgang wird ein umfassendes Protokoll mit Verbesserungsvorschlägen generiert und den BetriebsleiterInnen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des Projekts wird der Einfluss verschiedener Parameter auf das Wohlbefinden der Pferde untersucht. Dazu zählen:
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